DAS PFERD HINTER DEM BALLETT
Der Andalusier: Spaniens Pura Raza Española einfach erklärt
Die Pferde im Reitballett von Jerez sind Pura Raza Española – eine der ältesten Reitpferderassen Europas. Was dieser Name bedeutet und warum er perfekt zu dieser Show passt, erfahren Sie hier.
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Pferde mit dem heutigen Gebäudetyp der Iberischen Halbinsel werden dort seit Jahrhunderten gezüchtet, und die Linie, die zur Pura Raza Española (PRE) wurde, reicht über dokumentierte spanische königliche und klösterliche Gestüte zurück, einschließlich Zuchtprogrammen, die historisch mit der Provinz Cádiz verbunden sind – der Region, die Jerez selbst umgibt. Die Rasse selbst wurde im 16. Jahrhundert unter königlicher Schirmherrschaft standardisiert, als das königliche Gestüt Philipps II. begann, die Zuchtstandards zu setzen, die das bis heute anerkannte Pferd prägten – auch wenn der Name PRE und sein modernes Zuchtbuch eine Schöpfung des 20. Jahrhunderts sind, die von Spaniens Rassebehörde und nicht von der Krone geführt wird. „Andalusier“ ist der populäre englische Name für dasselbe Pferd; PRE ist der formelle, registrierte Begriff, und beide Bezeichnungen werden außerhalb Spaniens fast austauschbar verwendet, obwohl nur eine davon auf ein kontrolliertes Zuchtbuch verweist.
Was „Pura Raza Española“ tatsächlich zertifiziert
PRE ist keine lockere Beschreibung – es ist eine offizielle Zuchtbuch-Bezeichnung, die von Spaniens Zuchtbehörde ANCCE (Asociación Nacional de Criadores de Caballos de Pura Raza Española) kontrolliert wird. Ein Pferd darf den Namen PRE nur tragen, wenn seine Abstammung über anerkannte spanische Blutlinien dokumentiert, verifiziert und in vielen Fällen physisch gegen den eigenen Rassestandard geprüft werden kann. Pferde, die zwar wie ein PRE aussehen, aber diese Papiere nicht vorweisen können, werden in der Regel als Andalusier bezeichnet – nicht als PRE. Es lohnt sich, diesen Unterschied zu kennen, denn beide Begriffe werden in touristischem Material – auch in Showprogrammen und an Souvenirständen rund um Jerez – oft unpräzise verwendet, ohne immer technisch korrekt zu sein.
Das Bauwerk, das die Rasse definiert
PRE-Pferde sind mittelgroß – etwa 1,55 bis 1,62 Meter Stockmaß – mit einem kompakten, muskulösen Körperbau, der eher auf versammelte, erhabene Bewegung als auf rohe Geschwindigkeit ausgelegt ist. Der Kopf trägt ein gerades oder leicht konvexes Profil, der Hals ist gewölbt und kräftig, die Brust tief und die Hinterhand rund und kraftvoll, mit einer auffallend dichten, langen Mähne und Schweif, die dem Rassetyp in der Bewegung eine dramatische Silhouette verleihen. Die meisten registrierten PRE-Pferde sind Schimmel – ein Grund, warum die Pferde in Jerez' Arena unter dem Licht so oft blass oder fast weiß wirken –, obwohl auch Braune und Rappen im Rassestandard vorkommen.
Ein Wesen, das für Partnerschaft geschaffen ist
Die Rassebeschreibungen heben durchweg nicht nur das Äußere hervor, sondern vor allem das Temperament des PRE – sanftmütig, intelligent und ungewöhnlich bereit, eng mit einem Reiter zu arbeiten. Genau diese Dressierbarkeit ist der Grund, warum europäische Höfe die Rasse über Jahrhunderte für zeremonielles und militärisches Reiten bevorzugten – gegenüber Pferden, die eher auf reine Schnelligkeit oder Ausdauer gezüchtet waren: Ein Pferd muss über Jahre repetitiver, körperlich fordernder Ausbildung kooperieren wollen, bevor es vor einer Arena voller Menschen, Musik und Applaus ruhig und beherrscht seine Lektionen zeigen kann, ohne zu scheuen oder sich dem Reiter zu widersetzen.
Vom Schlachtross zum Balletttänzer
Bevor diese Zuchtlinie zum Showpferd wurde, war sie in Europa das bevorzugte Reitpferd für Kavallerieoffiziere und berittenen Adel – geschätzt für die versammelten, kraftvollen Bewegungen, die es einem Reiter ermöglichten, ein Pferd in enger Formation oder unter Druck zu kontrollieren, und später in königlichen Reitakademien für dieselben Qualitäten in rein zeremoniellem Rahmen geschätzt. Diese Eigenschaften – Balance, Kraft aus der Hinterhand und ein reiterorientiertes Temperament – sind es, die es den heutigen PRE-Pferden ermöglichen, die klassischen Dressurfiguren und die Doma-Vaquera-Arbeit zu erlernen, die im Programm von Jerez verankert sind – Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte, nachdem die militärische Rolle der Rasse verschwunden ist.
Nicht die einzige Rasse, die Sie in der Schule zu Gesicht bekommen.
Die eigene Herde der Königlichen Andalusischen Reitschule besteht in erster Linie aus PRE-Pferden, da diese Rasse sowohl für die klassische Dressur als auch für die Doma Vaquera geeignet ist – und ihr charakteristisches graues Fell und ihre edle Erscheinung sind es, die den meisten Besuchern vor Augen stehen, wenn sie an die Show denken. Doch der weitläufige Schulkomplex – Ställe, Sattlerwerkstätten, Museum und Gelände, die in vielen Kompletttickets enthalten sind – spiegelt eine breitere Arbeitspferdekultur wider und ist keine reine Einzelrassenschau. Daher lohnt es sich, nicht davon auszugehen, dass jede Pferde- oder Geschirrpräsentation vor Ort exakt derselben Blutlinie entspricht, die man in der Arena auftreten sieht.
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